| Solinger Zeitung: September 2003
Straßen werden per Schnur markiert
Am Beispiel einer großen Kreuzung erlebt:
So entstehen die geraden und gebogenen weißen Linien
(w.p.g.) Wie kommen die schnurgeraden weißen Linien auf die
Fahrbahn, fragt sich
der Laie. An der Kreuzung Weyerstraße / Bebelallee / Baverter
Straße, wo nach er-
folgtem Umbau derzeit die Fahrbahn-Markierungen aufgebracht
werden, ließen wir
uns vom Fachmann erklären. Vorarbeiter Franz Hartmannsgruber
(47) ist seit über
20 Jahren für die Firma Bituleit aus Kaufering tätig. Sie zählt
zu den führenden
deutschen Firmen für Fahrbahnmarkierungen. Aufgrund günstiger
Angebote ist sie
seit rund zehn Jahren bei der Stadt Solingen im Geschäft.
Eine gerade und auch eine geschwungene Linie entsteht, so der
Vorarbeiter, mit
einer speziellen Nylonschnur. Sie wird nach dem Ausmessen
entweder gestrafft
oder im eleganten Bogen verlegt und ein Pinsel mit Silberbronze
genau über sie
hinweg gezogen. Der so entstehende Doppelstrich dient als
Vormarkierung.
Exakt an ihr entlang wird mit einer Fräsmaschine das zehn
Zentimeter breite
"Bett" für die weiße Markierungsmasse in den Fahrbahnbelag
gefräst. Material für
die "Striche" ist ein weißer pulverförmiger thermoplastischer
Kunststoff. Er wird auf
der Ladefläche eines Lastwagens in einem Thermokocher auf 180
Grad erhitzt und
dadurch flüssig. Umgefüllt in den 80-Liter-Tank der
Verlegemaschine, wird er auch
dort auf Temperatur gehalten.
Vorarbeiter Hartmannsgruber nimmt selbst am Steuer Platz. Eine
Stahlspitze dient
ihm als Visier, um exakt an der linken Seite der Vormarkierung
zu "verlegen". Mit
dem Materialschieber wird bestimmt, ob eine 12 Millimeter dicke
durchgezogene
oder unterbrochene weiße Markierung entsteht, die übers
Fahrbahnniveau zwei
Millimeter hinausragt: Sie sind die Verschleißschicht.
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